Abschied in Dankbarkeit und Gottvertrauen

Liebe Mitchristen in der Pfarrei Am Schaumberg,
Abschiedsworte zu schreiben ist nicht einfach. Das spüre ich gerade beim Verfassen dieser Zeilen sehr deutlich. „Abschied ist ein scharfes Schwert“ – so hat es der britische Liedermacher Roger Whittaker einmal besungen. Und ja: Er hat recht.
Als ich im Jahr 2021 als Ihr neuer Pastor zu Ihnen kam, schrieb ich unter anderem:
„Auf den Dienst in der Pfarreiengemeinschaft Am Schaumberg und im Dekanat Sankt Wendel freue ich mich. Ich bin gespannt auf die Menschen, denen ich begegnen werde, und auf die Dienste, die ich ausüben darf. … Ferner freue ich mich auf das Tholeyer und Sankt‑Wendeler‑Land. Als Saarländer weiß ich natürlich um diese Gegend und um deren vielfältige und weitläufige touristische Bedeutung.“
(Ankommen Nr. 03/2021, S. 3)
Heute darf ich mit großer Dankbarkeit sagen: Ich habe hier viele gute Menschen kennenlernen und schätzen dürfen. Auch in Gottes freier Natur habe ich mich hier sehr gerne bewegt. Mit einem Schmunzeln denke ich dabei an manche überraschten Gesichter, die plötzlich feststellten: „Der Kerl, der da gerade vorbeigelaufen oder vorbeigeradelt ist – dat wor jo de Paschdor.“
Da mir von Anfang an bewusst war, dass es altersbedingt keine allzu lange Zeit am Schaumberg sein würde, habe ich diese Jahre besonders intensiv erlebt und genossen. Für alles, was ich hier erfahren durfte, bin ich von Herzen dankbar.
Mit dem 1. Juni 2026 beginnt mein Ruhestand. Die neue Bezeichnung für Priester im Ruhestand lautet im Bistum Trier inzwischen Senior‑Priester – wohl in dem guten Wissen, dass ein Priester auch im Ruhestand nicht einfach aufhört, Seelsorger zu sein. So freue ich mich darauf, mich künftig ganz der Liturgie und der Seelsorge widmen zu dürfen, ohne die zeit- und kräfteraubenden Verwaltungsaufgaben. Noch einmal – wie einst als Kaplan – ganz Priester sein zu dürfen.
Dies werde ich schwerpunktmäßig im Pastoralen Raum Saarlouis tun, da ich meine Ruhestandswohnung im Pfarrhaus von Saarlouis‑Lisdorf nehmen werde. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir uns hier am Schaumberg aus den Augen verlieren. Für den Notfall habe ich meine Bereitschaft zur Unterstützung bereits signalisiert.
Liebe Mitchristen,
ich danke von Herzen all jenen, die in den vergangenen Jahren gemeinsam mit mir ehrenamtlich, nebenamtlich oder hauptamtlich Kirche vor Ort gelebt und gestaltet haben. Vergelt’s Gott! Ihnen allen und Ihren Familien wünsche ich Gottes reichen Segen.
Ihr
Theo Welsch
Pfarrer i. R. ab 1. Juni 2026
P.S.: An dieses „i. R.“ muss ich mich erst noch gewöhnen. Ich fürchte, das wird dauern …
