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Abschied aus unserer Pfarreiengemeinschaft

30.07.21

„Das Jahr lehrt Abschied nehmen, schon jetzt zur halben Zeit!“ Dieser Satz stammt aus einem schönen Lied im Gotteslob „Das Jahr steht auf der Höhe, die große Waage ruht!“ (Gl. 465). Als wir dieses Lied im Monat Juni gesungen haben, haben etliche Gottesdienstbesucher – mich  eingeschlossen – erstaunt festgestellt, dass die erste Hälfte des Jahres bereits vorüber ist.

Für mich persönlich hat dieses Lied und vor allem der Satz „Das Jahr lehrt Abschied nehmen, schon jetzt zur halben Zeit“ nun eine ganz besondere und konkrete Bedeutung. Meine Kaplanszeit geht zu Ende und somit auch die Zeit in unserer Pfarreiengemeinschaft Am Schaumberg. Ich kann es kaum fassen, dass die drei Jahre schon vorüber sind und der Abschied nun gekommen ist. Als ich im  September 2018 als „neuer Kaplan“ zu Ihnen kommen durfte, hat es nicht lange gedauert, bis ich  mich wohl gefühlt habe. Sie haben mir sehr schnell das Gefühl von „Angenommen sein“ geschenkt und so durfte ich mich von Herzen „willkommen“ fühlen. Seither haben wir auch viel miteinander  erlebt. Vor allem durften wir viele, festliche, eindrucksvolle und bewegende Heilige Messen  gemeinsam feiern. Meine priesterlichen Dienste, das Spenden der Sakramente, waren stets gefragt:
Feier der Taufe, der Beichte, der Eucharistie, der Trauung, der Krankensalbung. Das war und ist für mich die größte Freude, denn dazu bin ich Priester geworden. Als Priester darf und will ich den  Menschen durch die Sakramente der Kirche den Zuspruch und die Nähe Gottes bringen, sodass ER selbst an ihnen handelt. Ebenso durfte ich in vielen Sterbeämtern, bei etlichen Beerdigungen und in manch wirklich dunkeln Stunden als Priester das Wort des ewigen Lebens verkünden. All das durfte ich hier Woche für Woche, oft sogar Tag für Tag tun und dafür bin ich Gott und Ihnen von Herzen  dankbar! Ebenso denke ich gerne an viele gemeinsam verbrachte Stunden in geselliger und froher Runde. Auch wenn die Zeiten manchmal turbulent waren, bleiben für mich nur die besten  Erinnerungen an meine Zeit hier am Schaumberg!

Die Corona-Pandemie hat uns alle plötzlich vor neue und nie geahnte Herausforderungen gestellt. 
 
Hier durfte ich unsere Pfarreien auch als geistliche Gemeinschaften erfahren, die vor allem durch das Gebet getragen und zusammengehalten werden. Auch das ist für mich eine Gotteserfahrung  gewesen.

Es freut mich, dass ich nun eine eigene Pfarrstelle übernehmen darf, aber der Abschied fällt mir sehr, sehr schwer. Die Pfarreien, die Kirchen, die Landschaft, aber vor allem die Menschen rund um den Schaumberg sind mir sehr ans Herz gewachsen. Zum Priestersein gehört wohl auch immer der  „Aufbruch“ und das „Abschied nehmen“ dazu, das musste ich lernen. Wir bleiben im Gebet und in der Gemeinschaft unseres schönen Glaubens fest verbunden. Zudem tröstet mich die Tatsache, dass ich doch auch in der Nähe bleibe und es zu verschiedenen Gelegenheiten ein Wiedersehen geben darf. In meinem persönlichen Gebet haben Sie alle einen festen Platz!
 
Seitens der Ausbildungsverantwortlichen in Trier wurde auch immer wieder betont, dass die  Kaplanszeit eine Ausbildungszeit ist. Als ich dann im Januar diesen Jahres beurteilt werden sollte, hatte man festgestellt, dass für die Dauer der drei Jahre im Grunde kein Ausbilder für mich   verantwortlich war, da es ja einige personelle Veränderungen in unserer Pfarreiengemeinschaft gab. Das war für mich eine Steilvorlage und ich habe geantwortet: „Die Gläubigen in den Pfarreien haben mich ausgebildet und geprägt!“ So möchte ich auch Ihnen, meinen Ausbilderinnen und Ausbildern dafür herzlich danken.
Für alles sage ich von Herzen: Vergelt`s Gott!

Sie und Euch alle segne der allmächtige Gott, der uns zusammengeführt hat und uns diese schönen drei Jahre geschenkt hat.Im Gebet stets verbunden
Ihr und Euer Kaplan Johannes Kerwer

Foto: Karin Becker
1. Das Jahr steht auf der Höhe,die große Waage ruht.
Nun schenk uns deine Näheund mach die Mitte gut.
Herr, zwischen Blühn und Reifenund Ende und Beginn.
Lass uns dein Wort ergreifenund wachsen auf dich hin.

2. Kaum ist der Tag am längsten,wächst wiederum die Nacht.
Begegne unsren Ängstenmit deiner Liebe Macht.
Das Dunkle und das Helle,der Schmerz, das Glücklichsein
nimmt alles seine Stellein deiner Führung ein.

3. Das Jahr lehrt Abschied nehmenschon jetzt zur halben Zeit.
Wir sollen uns nicht grämen, nur wach sein und bereit,
die Tage loszulassen und was vergänglich ist,
das Ziel ins Auge fassen,das du, Herr, selber bist.

4. Du wächst und bleibst für immer, doch unsre Zeit nimmt ab.
Dein Tun hat Morgenschimmer, das unsere sinkt ins Grab.
Gib, eh die Sonne schwindet, der äußre Mensch vergeht,
dass jeder zu dir findet und durch dich aufersteht.

Text: Detlef Block, 1978, Gl. 465


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(unbekannt)